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Neurofeedback für Kinder in Zug: Gehirntraining als Spiel

Autorenbild: Catalina Sparleanu
Catalina Sparleanu
2. Okt.
6 Min. Lesezeit
Child playing a neurofeedback game on a screen during a session at Mentis Institute in Zug
Wer sagt, Gehirntraining mache keinen Spass?

Wenn die letzte Woche mit einem Anruf der Lehrperson, einer zugeknallten Tür zu Hause oder einem weiteren Abend voller Hausaufgabenstress zu Ende ging, kennen Sie dieses Gefühl wahrscheinlich. Sie sind müde. Und Sie machen sich ein bisschen Sorgen, was als Nächstes kommt.


Ich arbeite in Zug mit Kindern und Jugendlichen, und ich höre diese Geschichte immer wieder, in der einen oder anderen Form.


Neurofeedback für Kinder ist eines der Werkzeuge, die ich einsetze, aber nur ein Teil eines grösseren Bildes. Deshalb erkläre ich hier, was es ist, warum Kinder es oft gern mögen und wie eine Sitzung am Mentis Institute tatsächlich aussieht.


Was ist Neurofeedback für Kinder?

Neurofeedback ist eine Form von Gehirntraining. Kleine Sensoren liegen auf der Kopfhaut und erfassen die Hirnaktivität Ihres Kindes (nichts geht ins Gehirn hinein, und nichts tut weh). Diese Aktivität wird auf dem Bildschirm als Spiel dargestellt: Ein Auto wird schneller, ein Film läuft flüssig, eine Rakete bleibt in der Luft.


Findet das Gehirn ein ruhigeres oder konzentrierteres Muster, reagiert das Spiel. Rutscht das Muster ab, wird das Spiel langsamer. Mit der Zeit nimmt das Gehirn dieses Feedback auf und übt das Muster, das funktioniert. Es ist wie beim Velofahrenlernen, wenn ein Freund nebenherrennt und Ihnen jedes Mal ein kleines Zeichen gibt, sobald Sie das Gleichgewicht finden.


Warum Kinder so gut darauf ansprechen

Denken Sie daran, was wir von Kindern, die Mühe haben, oft verlangen. Still sitzen. Konzentrieren. Beruhigen. Sag mir, was los ist. Ehrlich gesagt ist das viel verlangt von jemandem, der noch nicht weiss, wie sein eigenes Gehirn und seine Gefühle funktionieren.


Neurofeedback nimmt viel von diesem Druck weg, und zwar aus drei Gründen:


  1. Kinder müssen nicht über ihre Probleme sprechen. Sie spielen, und das Training geschieht dabei. Für schüchterne Kinder oder Jugendliche, die beim Wort «Therapie» dichtmachen, macht das einen grossen Unterschied.

  2. Es ist nicht invasiv und leicht zu verstehen. Sensoren, ein Bildschirm, ein Spiel. Die meisten Kinder sind nach wenigen Minuten entspannt.

  3. Und es fühlt sich an wie Gamen. Kinder lockern sich, wenn sie Spass haben, und ein entspanntes Kind lernt schneller. Generell ist ein Kind, das während einer Sitzung lacht, offener für alles andere, was wir gemeinsam tun.


Wie eine Neurofeedback-Sitzung am Mentis Institute aussieht

Neurofeedback ist nur ein Teil der Stunde. In meinen Sitzungen lernen Kinder auch, wie ihr Gehirn funktioniert, in einfacher Sprache und mit Bildern und Beispielen. Sie lernen, warum Gefühle manchmal die Oberhand gewinnen, wie sie für sich einstehen können, ohne zu streiten (Selbstbehauptung ist eine Fähigkeit, die man üben kann), und wie sie mit schwierigen Situationen wie Mobbing umgehen. Wir arbeiten ausserdem an praktischen Werkzeugen, um sich im Unterricht besser zu konzentrieren.


Während das Spiel läuft, geht das Lernen also weiter. Jede Woche verlassen die Kinder die Praxis mit etwas mehr Wissen über sich selbst.


Eine Jugendliche sagte mir in einer ihrer Sitzungen: «Jetzt liebe ich mein Gehirn wirklich.» Wenn ich daran denke, muss ich immer noch lächeln......
Woman fitting a headset on a seated person in a cozy office; monitor reads MENTIS, Train your brain.
Die Sensoren werden platziert, die Sitzung kann beginnen. Eine wunderbare Möglichkeit, Kinder dabei zu unterstützen, sich selbst besser zu regulieren, sich besser zu konzentrieren und sich im Alltag wohler zu fühlen.

Wenn «schlechtes Benehmen» eine Botschaft ist

Warum wirkt ein Kind, das früher unkompliziert war, plötzlich so konfrontativ?

Eltern erzählen mir oft, das Verhalten ihres Kindes fühle sich wie eine Provokation an. Das Augenrollen, das Schreien, die Weigerung, irgendetwas für die Schule zu tun. Das ist anstrengend, und man nimmt es leicht persönlich.


Was ich in meinen Sitzungen sehe, ist meistens anders. Ein Kind, das wegen der Hausaufgaben explodiert, fühlt sich oft schlicht verloren darin. Ein Kind, das nicht zur Schule will, trägt vielleicht etwas Schweres mit sich, das es nicht benennen kann. Das Verhalten ist vorerst die einzige Sprache, die es hat.


Wenn wir das unerfüllte Bedürfnis dahinter finden, verändert sich oft etwas. Nicht über Nacht und nicht immer geradlinig, aber es verändert sich.


Geschichten aus meiner Praxis

(Namen und Details wurden zum Schutz der Privatsphäre geändert. Jedes Kind ist anders, und dies sind individuelle Erfahrungen, keine Erfolgsversprechen.)


Luca wurde gemobbt. Er wollte nicht mehr zur Schule gehen und kam wütend nach Hause, mit Ausbrüchen, die seine Eltern erschreckten (und, so glaube ich, auch ihn selbst). Wir arbeiteten an der Selbstbehauptung, daran, wie er auf die Situationen reagieren kann, die ihn verletzten. Die Neurofeedback-Sitzungen unterstützten eine ruhigere Grundlage, die ihm mehr Raum gab, seine Reaktion zu wählen, statt einfach zu explodieren. Er begann, mit den Situationen in der Schule anders umzugehen, und die Spannung zu Hause liess nach.


Mia war früher eine starke Schülerin. Dann wurde sie traurig, verlor ihre Motivation, und ihre Noten rutschten ab. Auch der Schlaf war ein grosses Problem. Wir begannen mit dem Schlaf und nahmen uns dann Zeit für ihre Werte und Bedürfnisse und dafür, wer sie sein wollte. Sie schloss das Schuljahr mit Bravour ab und wechselte in die nächste Ausbildungsstufe. Ihr eigener Name dafür: «Neurofeedback bedeutete für mich ein schulisches Comeback.»


Lea wollte nichts von Hausaufgaben wissen. Ihre Mutter behielt jeden Test und jede Frist im Blick, und Hausaufgaben bedeuteten lange Stunden und viel Frust auf beiden Seiten. Nach mehreren Neurofeedback- und Beratungssitzungen begann Lea, selbst die Initiative zu ergreifen. Heute plant sie ihre Zeit selbst und fragt nach Hilfe, wenn sie sie braucht. Auch die Beziehung zu ihren Eltern hat sich verbessert. Irgendwann während der Sitzungen sagte sie: «Es hat mich überrascht, dass es mir jetzt viel leichter fällt, mich im Unterricht zu melden.»


Was sagt die Forschung?

Neurofeedback gibt es seit mehr als 50 Jahren, und es ist nach wie vor ein sehr aktives Forschungsfeld. Die Wissenschaft verfeinert laufend, wie es durchgeführt wird, welche Protokolle am besten funktionieren und für wen.


Studien haben untersucht, wie es mit Schlaf, Konzentration, emotionaler Regulation und Angst zusammenhängt. Die Details (einschliesslich der Grenzen) finden Sie auf den Seiten unter «Anwendungen». Das Bild entwickelt sich noch, deshalb verspreche ich keine Ergebnisse. Jedes Kind ist anders.


Was ich teilen kann, ist das, was ich in meiner Praxis sehe. Ich kombiniere Neurofeedback mit Wissen über das Gehirn, emotionalen Fähigkeiten und praktischen Werkzeugen für die Schule, weil ich glaube, dass diese Kombination für viele Kinder den Unterschied macht. Und ich überprüfe den Fortschritt laufend gemeinsam mit Ihnen und Ihrem Kind, damit wir immer wissen, ob wir auf dem richtigen Weg sind.


Das Mentis Institute bietet Gehirntraining und Coaching zur Unterstützung von Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden an. Ich stelle keine Diagnosen und behandle keine medizinischen Erkrankungen. Wenn Sie sich Sorgen um die Gesundheit Ihres Kindes machen, sprechen Sie bitte zuerst mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt.


Eltern fragen...

Two women in a wood-paneled office discuss a colorful brain model at a small table, with bookshelves and a calm, professional mood.
  • Ist Neurofeedback für Kinder sicher?

Ja. Die Methode gibt es seit etwa 50 Jahren, und sie wurde ausgiebig untersucht. Die Technologie, die ich verwende, zeichnet nur Hirnaktivität auf. Es wird nichts ins Gehirn gesendet. Die Sitzungen dauern in der Regel zwischen 25 und 40 Minuten, je nach Stimmung Ihres Kindes, seinem Naturell und seiner Konzentrationsfähigkeit am jeweiligen Tag.


  • Ab welchem Alter können Kinder beginnen?

Ich arbeite mit Kindern ab 6 Jahren, Neurofeedback ist aber auch mit jüngeren Kindern möglich.


  • Wie viele Sitzungen braucht es?

Ich biete in der Regel 10er- und 20er-Pakete an (siehe Preise). Wir überprüfen den Fortschritt laufend und entscheiden gemeinsam über die nächsten Schritte, sodass Sie nie an einen Plan gebunden sind, der nicht funktioniert.


  • Welche Erfahrung haben Sie mit Kindern?

Ich habe meine ganze berufliche Laufbahn mit und rund um Kinder und Jugendliche verbracht: in Schulen für Kinder mit besonderem Förderbedarf, in einer Kindertagesstätte für obdachlose Kinder und in einer Wohneinrichtung für schwangere Teenager. Ausserdem habe ich Studierende im ersten Studienjahr unterrichtet. Zu meinem Hintergrund gehören ein Doktorat in Soziologie, ein Master of Science in Child and Family Welfare, ein Bachelor in Sozialpädagogik (Heilpädagogik) sowie eine spezialisierte Weiterbildung in Neurofeedback und qEEG. Der Teenager, von dem ich am meisten gelernt habe, ist allerdings mein eigener Sohn, der jetzt 18 ist. Er ist der Grund, warum ich weiss, dass «Mir geht's gut» fast alles bedeuten kann. Mehr über mich.


Noch Fragen offen? Weitere Antworten finden Sie auf unserer FAQ-Seite, und wenn Sie dort nichts finden, nehmen Sie einfach Kontakt auf.

Hinter den zugeknallten Türen und den unerledigten Hausaufgaben steckt ein Gehirn, das mit den Werkzeugen, die es hat, hart arbeitet. Die meisten Kinder, die in der Schule oder zu Hause Mühe haben, wünschen sich, dass es besser läuft. Sie haben den Weg nur noch nicht gefunden.

Beim ersten Treffen kann Ihr Kind das Neurofeedback-Training ausprobieren. Es kann spielen, alles fragen, was es möchte, und selbst entscheiden, ob es weitermachen will. Auch Sie können Ihre Fragen mitbringen (die grossen und die kleinen). Und eine Vorwarnung: Vielleicht will Ihr Kind gar nicht mehr gehen.

Nehmen Sie Kontakt auf, und wir finden einen Termin.



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